eGovernment Angebot

Tiefe administrative Hürden für Wirtschaft und Gesellschaft sind ein wichtiger Faktor für die Standortattraktivität der Schweiz. eGovernment-Lösungen tragen massgeblich dazu bei, den Austausch zwischen den staatlichen Stellen und seinen Stakeholdern möglichst wirtschaftlich, bedürfnisorientiert, unkompliziert und zeitlich flexibel zu gestalten.

Ein entscheidender Faktor ist das vorhandene Angebot an eGovernment Lösungen. Dieses wird in der Messgrösse durch zwei Faktoren abgebildet: 

  1. Das eGovernment-Angebot der Schweiz im internationalen Vergleich 
  2. Das eGovernment-Angebot der Kantone und Gemeinden

Berechnung: Die beiden betrachteten Aspekte fliessen zu gleich Teilen in die Messgrösse ein:

  1. Europäische Union (EU) untersucht seit 2001 die Entwicklung des eGovernment-Angebotes in Europa. Der aktuelle eGovernment-Benchmark-Bericht von 2016 umfasst die 28 EU-Länder sowie Island, Norwegen, Montenegro, Serbien, die Schweiz und die Türkei. In der Erhebung werden die vier Hauptindikatoren Nutzerorientierung, Transparenz, grenzüberschreitende Mobilität und Basismodule (Key Enablers) untersucht. Die Schweiz schneidet im Bericht in drei von vier Bereichen unterdurchschnittlich ab (Nutzerorientierung, Transparenz, Basismodule). Über alle vier Bereiche gesehen, erreicht die Schweiz 48%, was unter dem Durchschnitt von 60,25% liegt. Insbesondere in den Bereichen Basismodule (33%) und bei der Transparenz (32%) schneidet die Schweiz tief ab. In den vergangenen Jahren zeichnet sich immerhin eine stetige Steigerung ab.

    Akuter Handlungsbedarf besteht, solange die Schweiz schlechter abschneidet als der Durchschnitt (60%). Von Optimierungsbedarf wird ausgegangen, wenn die Schweiz unter den Besten 20% liegt. 

  2. Mit der eGovernment-Landkarte wird erhoben, wie viele behördliche Dienstleistungen in den Kantonen und Gemeinden online umgesetzt sind. Im Jahr 2017 betrachtet die eGovernment-Landkarte total 78 verschiedene online Dienste, von denen im Durchschnitt 24 zur Verfügung gestellt werden. In der eGovernment-Landkarte 2016 wurden 58 elektronische Verwaltungsdienstleistungen betrachtet, von denen die Kantone und Gemeinden im Durchschnitt 22 Dienstleistungen umgesetzt hatten. Obwohl die Kantone und Gemeinden total mehr elektronische Verwaltungsdienstleistungen zur Verfügung stellen, sinkt der Umsetzungsgrad von online Dienstleistungen aufgrund der veränderten Zielgrösse. Ziel ist, dass alle 78 elektronischen Verwaltungsdienstleistungen verfügbar sind.

    Akuter Handlungsbedarf besteht, solange durchschnittlich nicht mindestens die Hälfte eGovernment der Dienstleistungen in den Schweizer Kantonen und Gemeinden umgesetzt sind. Von einem Optimierungsbedarf wird ausgegangen, wenn mindestens Drei-Viertel der Online-Dienste zur Verfügung stehen.
      

Die drei Messgrössen zum eGovernment (Angebot, Nutzung und Zufriedenheit) fliessen zusammen mit insgesamt 25% in den Themenindex «Öffentliche Hand und Politik» ein. 

Datenquelle: 

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01.01.201621.11.2017