Festnetz-Bandbreite für eine 4-köpfige Familie

Die Nutzung des Internets in den eigenen vier Wänden ist vielfältiger geworden: von Videos in Ultra-HD-Qualität und Musikstreaming über Work-at-home und Internet-Recherchen für die Schule bis zu eBanking und Online-Gaming. Nur wenn ausreichend Bandbreite zur Verfügung steht, können diese Dienste von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden.

BerechnungAnhand eines «digitalen Warenkorbs» wird der maximale Breitbandbedarf einer vierköpfigen Familie abgeschätzt. Der Warenkorb ermöglicht insgesamt drei parallele Video-Streams (1x Ultra-HD und 2x HD) und erlaubt gleichzeitig das Surfen im Internet oder die Nutzung von internetbasierter Telefonie. Berechnet wird der Anteil der Gebäude in der Schweiz, welche mit ausreichend Bandbreite versorgt sind, damit in jeder Wohnung der «digitale Warenkorb» genutzt werden könnte (aktuell: 83%).

Rund 89% der Gebäude in der Schweiz stehen in der Bauzone. Zielgrösse ist daher, dass mindestens 89% der Gebäude mit einer dem digitalen Warenkorb entsprechenden Bandbreite ausgestattet sind, womit die Messgrösse den Wert von 94% Zielerreichung (83.0%/88.7%) annimmt. Damit wird berücksichtigt, dass in der Schweiz alle Haushalte Anspruch auf einen Internetanschluss haben (Grundversorgung), aber nicht überall der «digitale Warenkorb» vorhanden sein muss (abgelegene Gebäude, Zweitwohnungen etc.).

Für die Schwellenwerte zur Beurteilung der Zielerreichung wird die Breitbandversorgung in der EU als Vergleichswert beigezogen. In den 28 EU-Staaten haben 71% der Haushalte Zugang zu einer Bandbreite von 30 Mb/s. Der Optimierungsbedarf wird daher bei 71% festgelegt und der akute Handlungsbedarf bei 57%. Dieses Vorgehen benachteiligt jedoch die Schweizer Situation: Der digitale Warenkorb hat eine deutlich höhere Bandbreite als 30 Mb/s, zudem werden in der Schweiz angeschlossene Gebäude betrachtet, nicht Haushalte. Beides führt dazu, dass die Situation in der Schweiz im Vergleich mit der EU deutlich schlechter eingeschätzt wird, als sie tatsächlich ist. Es war jedoch nicht möglich, einen verlässlichen Korrekturfaktor zu berechnen oder auf vergleichbare Datenquellen zu wechseln. Die Einschätzung des Handlungsbedarfs zielt daher darauf ab, den quantitativen und qualitativen Vorsprung gegenüber den EU-Staaten zu erhalten oder auszubauen.

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01.03.201621.11.2017