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Öffentliche Hand & Politik

Digitale staatliche Services für Bürger und Unternehmen 
Tiefe administrative Hürden für Wirtschaft und Gesellschaft sind ein wichtiger Faktor für die Standortattraktivität der Schweiz. Damit eine Gesellschaft das Potenzial der Digitalisierung breit entfalten und nutzen kann, ist es ein Zusammenspiel aller involvierten Stakeholder unabdingbar: Wirtschaft, Bevölkerung und Politik. In diesem Kapitel wird der Fokus auf die öffentliche Hand und Politik gelegt – sind sie ICT-Treiber oder ICT-Bremser? 
Die folgenden Messgrössen geben Auskunft über die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen sowie das Engagement der Regierung und des Gesetzgebers (Parlament). Des Weiteren wird die E-Government-Performance der Schweiz abgebildet. E-Government-Lösungen tragen massgeblich dazu bei, den Austausch zwischen den staatlichen Stellen und seinen Stakeholdern möglichst wirtschaftlich, bedürfnisorientiert, unkompliziert und zeitlich flexibel zu gestalten. 

Zum aktuellen Stand 
Das politisch-regulatorische Umfeld der Schweiz ist angemessen digitalisierungs-freundlich. Die Schweiz liegt im internationalen Vergleich in den Top-Ten, wie «Global Information Technology Report» des WEF zeigt. Der Report verdeutlicht aber auch, dass die Schweizer Regierung ihre Rolle als ICT-Treiber zu wenig wahrnimmt. Gemessen an ihrer Nutzung/Anwendung von ICT-Lösungen sowie ihrem Erfolg bei der Entwicklung und Implementierung von Digitalisierungsstrategien ist die Schweizer Regierung international lediglich auf Rang 43. Es besteht deutlich Luft nach oben – insbesondere wenn man bedenkt, dass die Schweizer Unternehmen das internationale Ranking bei der Nutzung/Anwendung und Implementierung digitaler Lösungen anführen. Ein mehrheitlich positives Bild zeigen Studien zur E-Government-Entwicklung in der Schweiz. Das Angebot, die Nutzung und die Zufriedenheit mit den E-Government-Lösungen sind vergleichsweise hoch und nehmen tendenziell zu. Das Angebot wird laufend ausgebaut.

"Das Interesse der Schweizer Parlamentarier an ICT-Themen hat in den vergangenen zehn Jahren stetig zugenommen. In Anbetracht der komplexen Herausforderungen der Digitalisierung brauchen wir aber dringend noch mehr ICT-Knowhow im Parlament."

Stand der Digitalisierung im Themenfeld Öffentliche Hand & PolitikFortschritt der Digitalisierung im Themenfeld Öffentliche Hand & Politik

01.01.201624.06.2017
digital.swiss, Andreas  Hugi

Themenverantwortlicher
Andreas Hugi

Geschäftsleiter ePower Initiativ

Messgrössen


100% - 75% 74% - 45% 44% - 0%

Politisches und regulatorisches Umfeld der Schweiz

Regierung als ICT-Nutzer und Treiber

E-Government-Nutzung, Angebot & Zufriedenheit

ICT-Know-how und -Interesse der Schweizer Politiker/innen

Politisches und regulatorisches Umfeld der Schweiz

Damit eine Gesellschaft die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung optimal entfalten und nutzen kann, braucht es ein Zusammenspiel von Wirtschaft, Bevölkerung und Politik. Die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen sind ein entscheidender Faktor, der in dieser Messgrösse abgebildet wird.

Berechnung: Der «Global Information Technology Report» misst mit Hilfe eines sogenannten «Network Readiness Index» die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Digitalisierung / ICT-Evolution in einem Land. Ein wichtiger Pfeiler ist das politische und regulatorische Umfeld: Ist es digitalisierungs-freundlich oder bremst es die digitale Entwicklung? Im Ranking kann ein maximaler Wert von 7 erreicht werden. 2016 erreichte die Schweiz einen Wert von 5.6; was  80 Prozent entspricht und womit sich Schweiz im internationalen Ländervergleich auf Rang 7 platziert. Die Schweiz hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0.1 Punkte bzw. um zwei Ränge verbessert. 

Datenquelle: The Global Information Technology Report 2016

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01.01.201624.06.2017
Regierung als ICT-Nutzer und Treiber

Damit eine Gesellschaft die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung optimal entfalten und nutzen kann, braucht es ein Zusammenspiel von Wirtschaft, Bevölkerung und Politik.  Ein entscheidender Faktor hierbei ist die Nutzung, das Angebot sowie die Förderung und Implementierung von ICT-Lösungen durch die genannten Stakeholder.

Berechnung: Der «Global Information Technology Report» misst mit Hilfe eines sogenannten «Network Readiness Index» die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Digitalisierung / ICT-Evolution in unterschiedlichen Ländern. Ein wichtiger Faktor ist die Bereitschaft der Regierung/Politik als ICT-Treiber zu fungieren. In der Studie wurde hierfür der Erfolg der Regierung bei der Entwicklung und Implementierung von Strategien zur Digitalisierung gemessen sowie die Nutzung von ICT-Lösungen in Form von Verfügbarkeit und Qualität der Online-Services. Im Ranking kann ein maximaler Wert von 7 erreicht werden. 2016 erreichte die Schweiz in dieser Messgrösse einen Wert von 4.5; was 64 Prozent entspricht und womit die Schweiz im internationalen Ländervergleich auf Rang 43 liegt. Die Schweiz hat sich gegenüber dem Vorjahr um fünf Ränge verbessert (plus 0.1 Punkt). Trotzdem hinkt die Politik der Wirtschaft und Gesellschaft stark hinterher: So sind die Schweizer Unternehmen (Wirtschaft) punkto ICT-Anwendung und Implementierung auch 2016 wieder auf dem ersten Rang (6.1 Punkte) und die  individuelle ICT-Nutzung der Bevölkerung ist mit Rang 9 auch in den Top-Ten (6.6 Punkte).

Datenquelle: The Global Information Technology Report 2016

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01.01.201524.06.2017
E-Government-Nutzung, Angebot & Zufriedenheit

Tiefe administrative Hürden für Wirtschaft und Gesellschaft sind ein wichtiger Faktor für die Standortattraktivität der Schweiz. E-Government-Lösungen tragen massgeblich dazu bei, den Austausch zwischen den staatlichen Stellen und seinen Stakeholdern möglichst wirtschaftlich, bedürfnisorientiert, unkompliziert und zeitlich flexibel zu gestalten. Entscheidende Faktoren, damit das Potenzial genutzt werden kann, sind folgende: 

1. Das E-Government-Angebot in der Schweiz

2. Die Nutzung der E-Goverment-Angebote durch die Schweizer Bevölkerung 

3. Die Zufriedenheit der Unternehmen mit dem Schweizer E-Goverment-Angebot – Nur wenn diese das Angebot schätzen und einen Mehrwert darin sehen, wird es weiter genutzt.

Berechnung: Die drei Faktoren werden folgendermassen kalkuliert und gleich gewichtet:

1. Anhand der E-Government-Landkarte wird erhoben, wie viele behördliche Dienstleistungen von insgesamt 58 online umgesetzt sind (38 Prozent in allen Kantonen). Ziel ist, dass alle 58 elektronischen Verwaltungsdienstleistungen in allen Kantonen verfügbar sind.

2. Der «E-Government-Monitor» der EU erhebt die Nutzungsrate von E-Government-Angeboten in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Schweden. Die Ergebnisse beruhen auf Befragungen in der Bevölkerung. 2016 haben 65 Prozent der Befragten in der Schweiz auf die Frage hin, ob sie in den letzten zwölf Monaten E-Government-Angebote genutzt haben, mit ja geantwortet. Dies ist eine leichte Abnahme von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2015. 

3. In der Studienreihe «Firmen und E-Government» des SECO werden Unternehmen bezüglich ihrer Zufriedenheit mit den staatlichen Online-Portalen befragt. Auf die Frage hin, ob die Internet-Angebote der staatlichen Verwaltung insgesamt für Unternehmen gut, eher gut, eher schlecht oder sehr schlecht sind, zeigten sich im Jahr 2015 84 Prozent der befragen Unternehmen zufrieden (sehr gut oder gut). Auch bei der Bevölkerung wurde die Zufriedenheit im Rahmen des «E-Government-Monitor» gemessen. 74 Prozent der Befragten zeigten sich zufrieden mit E-Government Angeboten.

Datenquelle: 
E-Government Landkarte
E-Government-Monitor der EU
Studie SECO "Firmen und E-Government"

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ICT-Know-how und -Interesse der Schweizer Politiker/innen

Für die digitale Entwicklung ist es wichtig, dass das Bewusstsein für die Bedeutung der ICT auf dem politischen Parkett erkannt und gestärkt wird. Obwohl heute kaum jemand den zentralen Beitrag von ICT-Lösungen für die Wirtschaft, für die Energie- und Gesundheitsversorgung, die Mobilität, die Infrastruktur oder die Verwaltung bestreitet, sind in der Politik ICT-Themen tendenziell eher unpopulär. Deshalb ist es entscheidend, dass sie durch ICT-affine Parlamentarierinnen und Parlamentariern mit dem fachlichen Know-how vorangetrieben werden. 

Berechnung: 
Bei dieser Messgrösse wird das ICT-Interesse und Know-How der nationalen Parlamentarier abgebildet: Wie viele dediziert ICT-affine Parlamentarier sitzen im Parlament und wie wird das Engagement in der breiten Bevölkerung wahrgenommen?

1. Das Interesse an ICT-Themen wird anhand der Mitgliedschaft bei einer der zwei ICT-Parlamentariergruppen ePower oder Parldigi erhoben. In der aktuellen Legislatur sind 65 Parlamentarier/innen Mitglied der ICT-Gruppen, was 26 Prozent entspricht.

2. In einer Bevölkerungsumfrage zum Thema Digitalisierung in der Schweiz wurden gefragt, ob man die Ansicht vertritt, dass die Schweizer Politiker die Bedeutung und Auswirkung von neuen Technologien für die Zukunft der Schweiz verstehen. Viele der Befragten zeigten sich unsicher. 30,7 Prozent waren unentschlossen oder wussten keine Antwort. 36,5 Prozent der Befragten gaben an, dass sie den Politikern zutrauen, die Bedeutungen und Auswirkungen zu kennen, während 32,6 Prozent angaben, dass sie nicht davon ausgehen. zur Frage

Datenquelle: 
Angaben auf der Parlamentsseite Curia Vista sowie den jeweiligen Websites der Parlamentsmitglieder
Bevölkerungsumfrage im Rahmen der Initiative "digital.swiss"

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Expertenteam

digital.swiss, Alessandra  Koechli

Alessandra Köchli

Geschäftsstelle ePower Initiative

digital.swiss, Cedric  Royjpg

Cédric Roy

Leiter der Geschäftsstelle E-Government Schweiz

Dialog


Aktuelle Projekte

Parlamentarisch-wirtschaftliche Initiative «ePower für die Schweiz»

Die parlamentarisch-wirtschaftliche Initiative «ePower für die Schweiz» wurde im Herbst 2005 von Spitzenvertretern aus Industrie und Politik gegründet. Die ePower Initiative will erreichen, dass das Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien in der Schweiz besser genutzt wird. Sie setzt sich auf dem politischen Parkett für einen starken ICT-Standort Schweiz ein.

Mehr Infos auf ICTswitzerland.ch

LinkePower Initiative
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economiesuisse - Dossierpolitik - Schweizer Erfolgsfaktoren gelten auch in der digitalen Zukunft

Mit dem technologischen Fortschritt geht ein als tief greifend empfundener Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft einher. Dieser Wandel ist für die Schweiz mit grossen Chancen verbunden, welche sie nutzen kann, wenn sie nicht von bewährten Erfolgsfaktoren abweicht. Wie bei allen Veränderungen sucht nun auch die Politik ihre Rolle. Zahlreiche aktuelle Vorstösse zielen darauf ab, den digitalen Wandel zu steuern. Dieser Aktivismus muss kritisch hinterfragt werden. Eine überhastete Regulierung des technologischen Fortschritts oder gar industriepolitische Massnahmen gefährden das Erfolgsmodell Schweiz. Denn viele politische Forderungen widersprechen den Interessen von Wirtschaft und Gesellschaft. Entweder, weil sie alleine auf den Erhalt des Bestehenden ausgerichtet sind und dadurch protektionistisch, wettbewerbsfeindlich und innovationshemmend sind, oder weil sie auf eine noch unklare, mögliche Entwicklung hinzielen und damit den Raum für andere Szenarien verschliessen.

Eine Schweizer Stärke ist es, dass sich unser Land erfolgreich an Veränderungen anpassen kann. Damit die Schweiz auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt, müssen wir unsere Erfolgsfaktoren auch für die digitale Zukunft bewahren. Dazu müssen wir ohne Hektik und Aktivismus bestehende Regulierungsansätze hinterfragen. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind einmal mehr Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg. Hierzu muss sich insbesondere auch das Schweizer Bildungssystem entlang der sich wandelnden Anforderungen an die Arbeitskräfte ausrichten und die Anpassungsfähigkeit der Menschen fördern.

Position economiesuisse

  • Die digitale Entwicklung ist eine Chance für die Schweiz. Als eine der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt verfügt unser global stark vernetztes Land über eine sehr gute Ausgangslage, auch in Zukunft zu den innovativsten und erfolgreichsten Ländern zu gehören.
  • In einer datengetriebenen Welt sind leistungsfähige, sichere und flächendeckend verfügbare Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen Basis für Entwicklungen und damit ein wichtiger Standortfaktor für die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft.
  • Die bewährten Erfolgsfaktoren von gestern sind auch die Erfolgsfaktoren von morgen. Eine langfristig orientierte Wirtschaftspolitik orientiert sich am bisherigen Erfolgsmodell Schweiz. Offenheit, freies Unternehmertum, politische und rechtliche Stabilität, ein flexibler Arbeitsmarkt und ein starkes Bildungssystem bleiben die entscheidenden Erfolgsgaranten, gerade auch im digitalen Zeitalter.
  • Bei Regulierungen in einem hoch dynamischen Umfeld ist besondere Vorsicht geboten. Das Risiko schädlicher Regulierungseingriffe durch die Politik ist gross. Hektik und Aktivismus sind vor diesem Hintergrund das falsche Rezept.
  • Der technologische Fortschritt bedarf einer gesamtheitlichen, branchenübergreifenden Betrachtung. Partikularinteressen und Strukturerhalt dürfen nicht Anlass für Regulierung sein oder der Anpassung von Regulierung im Weg stehen.
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Digitales Manifest

Das von digitalswitzerland initiierte Manifest enthält Impulse und Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, damit die Schweiz in der digitalen Transformation weltweit eine führende Rolle einnimmt.

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