Bildung und Kompetenzen
Bevölkerung, Wirtschaft und Behörden verfügen über Kompetenzen im Umgang mit neuen Technologien und können diese kritisch hinterfragen.
Messgrössen
Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UNO
Ziel 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen
Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
Ziel 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
Zugehörige Massnahmen
11 Massnahmen (wird laufend ergänzt)
OECD Survey of Adult Skills (PIAAC)
Das Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) der OECD erfasst seit 2011 im Abstand von rund zehn Jahren die Grundkompetenzen von Erwachsenen in den Bereichen Lesen (Literacy), Alltagsmathematik (Numeracy) und Problemlösen. Die Teilnahme am zweiten PIAAC Zyklus erlaubt es der Schweiz, erstmals seit 2003 über entsprechende statistische Informationen zu verfügen.
Die Massnahme dient somit der Verbesserung der Datenlage im Bereich der Grundkompetenzen von Erwachsenen. Im Fokus der Erhebung steht der Umgang mit geschriebenen und numerischen Informationen im Alltag und Beruf der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz im Alter von 16 bis 65 Jahren. Die Kompetenzen werden mittels international normierter Tests erfasst. Die Daten aus den Tests werden mit Informationen zu den befragten Personen ergänzt: Soziodemografische Merkmale, Bildungswege, Erwerbssituation, familiäre Verhältnisse, Sprach- und Migrationshintergrund, Einsatz von Grundkompetenzen im Alltag und bei der Arbeit sowie sozio-emotionale Kompetenzen.
Die von PIAAC erfassten Grundkompetenzen haben an in der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft nicht an Bedeutung verloren, sondern ermöglichen die Teilhabe an der zunehmend digitalisierten Lebenswelt. PIAAC gibt Auskunft über die Verteilung der Bevölkerung auf verschiede Kompetenzniveaus, erlaubt es Gruppen mit geringen Kompetenzen zu identifizieren und charakterisieren, und untersuchen, welchen Wirkung Kompetenzen im beruflichen und ausserberuflichen Alltag entfalten.
Datennutzungspolitik für den Bildungsraum Schweiz
Bis im Juni 2025 wird eine Datennutzungspolitik für den Bildungsraum Schweiz entwickelt. Ziel ist es, im Rahmen des existierenden Datenschutzes für einen sicheren und ethisch angemessenen Umgang mit Daten im Bildungswesen zu sorgen und deren gezielte Nutzung zu ermöglichen.
Swiss Internet Governance Forum (SGF)
Jährliche Durchführung des Swiss IGF als nationaler Ableger des globalen UN Internet Governance Forum (IGF) und Multistakeholder-Plattform zu digitalen Themen in der Schweiz.
Das Swiss IGF steht allen Interessierten offen und ist kostenlos. Es schliesst alle Anspruchsgruppen als gleichwertige Diskussionspartner mit ein und trägt somit zu Kompetenzbildung und einem gesellschaftspolitischen Dialog zu Digitalisierung bei.
Digitale Hindernisfreiheit der ETH stärken
Die ETH Zürich setzt sich für Hindernisfreiheit ein. Menschen mit Behinderungen oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen – seien es Studierende, Lehrende, Forschende, Mitarbeitende oder Besucherinnen und Besucher – sollen im Verlauf der nächsten Jahre weitgehend uneingeschränkten Zugang zu den Gebäuden und Dienstleistungen der ETH erhalten. Insbesondere beim Einsatz digitaler Hilfsmittel möchte die ETH auch Vorbild für andere Akteure sein. Hierzu gehört eine Sensibilisierung der Mitarbeitenden für die digitale Hindernisfreiheit. So umfasst das Programm beispielsweise barrierefreie Lehrmittel, barrierefreie Bibliotheksmedien und barrierefreie Kommunikation. Zudem soll in einem Teilprojekt die ETH-App erweitert werden, sodass die barrierefreie Orientierung auf dem Gelände und in den Gebäuden der ETH Zürich ermöglicht wird.
Kantonale Programme zur Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen
Der Bund setzt sich gemeinsam mit den Kantonen dafür ein, dass Erwachsene die ihnen fehlenden Grundkompetenzen erwerben und erhalten können. Das Bundesgesetz über die Weiterbildung (WeBiG) sieht zu diesem Zweck Finanzhilfen an die Kantone vor (Artikel 16 WeBiG).
Jeder Kanton erstellt ein kantonales Programm, das auf seine eigene Situation (gesetzliche Grundlagen, Geografie, bestehende Strukturen usw.) zugeschnitten ist. Die Kantone testen regelmässig innovative Massnahmen, um die Erreichung der Zielgruppe und die Anpassung des Unterrichts an ein gering qualifiziertes erwachsenes Publikum zu verbessern.
Die Massnahme soll somit die Grundkompetenzen von Erwachsenen verbessern, unter anderem die IKT-Kompetenzen. Es geht dabei primär darum, Menschen mit mangelnden Grundkompetenzen zu erreichen und sie zu ermutigen, diese zu verbessern.
Dies soll erreicht werden durch die Sensibilisierung der Bevölkerung im Allgemeinen, der Betroffenen im Besonderen und von Personen, die mit der potenziellen Zielgruppe in Kontakt stehen – und durch die Bereitstellung eines auf die Zielgruppe zugeschnittenen Bildungsangebots.
Dies gibt jedem Einwohner der Schweiz die Möglichkeit, sich grundlegende IKT-Kompetenzen anzueignen.
«Einfach besser!...am Arbeitsplatz»
Der Bundesrat verabschiedete Ende 2017 das Programm «Einfach besser!...am Arbeitsplatz», um einerseits dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, indem bestehendes Personal mit den sich verändernden Anforderungen der Arbeitswelt Schritt halten kann. Andererseits wird gleichzeitig die Wirtschaft für die Themen Weiterbildung und Grundkompetenzen sensibilisiert, da es die Betriebe sind, die eine Subvention erhalten, wenn sie praxisorientierte Kurse direkt am Arbeitsplatz durchführen.
Die Massnahme soll die Grundkompetenzen Erwachsener stärken, unter anderem betreffend Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).
Es geht dabei primär darum, Erwachsene mit mangelnden Grundkompetenzen am Arbeitsplatz zu erreichen. Erfolgserlebnisse am Arbeitsplatz sollen zu weiteren Weiterbildungen motivieren.
Dies soll erreicht werden, indem Betriebe auf das Programm aufmerksam gemacht werden und zu einer Gesuchseingabe motiviert werden. Anbieter von praxsisorientierten Kursen am Arbeitsplatz werden in ihrer Akquise unterstützt (Toolbox für Anbieter).
Das nützt der Digitalen Schweiz, weil Erwachsene mit mangelnden IKT-Grundkompetenzen niederschwellig über ihren Arbeitsplatz erreicht werden und ihre IT-Kenntnisse verbessern können. Die Betriebe können so mit der Digitalisierung und Automatisierung besser Schritt halten und entwickeln das Personal mit.
PISA 2025 der OECD
Das «Programme for International Student Assessment» (PISA) der OECD ist eine internationale Vergleichsstudie, die in regelmässigen Zeitabständen die Kompetenzen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in den Kernbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften misst. Im Rahmen der Erhebung im Jahr 2025 wird es zusätzlich einen Fragebogen zur Vertrautheit der Schülerinnen und Schüler mit IKT geben. Ausserdem wird sich das Modul «Learning in the Digital World» (LDW) mit Kompetenzen befassen, die für das Lernen in einer digitalen Welt wesentlich sind.
Konkret wird LDW untersuchen, wie sich Schülerinnen und Schüler mit Computerhilfsmitteln in einem iterativen Prozess durch selbstgesteuertes Lernen und wissenschaftliche Methoden Wissen aneignen und Probleme lösen.
Entsprechende Fähigkeiten und Kenntnisse sind angesichts des rasanten technologischen Wandels notwendig für die gesellschaftliche Teilhabe und den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt. PISA liefert somit wichtige Grundlagen für die Steuerung des Schweizer Bildungssystems.
Die Massnahme hilft dabei, das Schweizer Bildungssystem und die Schülerinnen und Schüler auf Anforderungen und zukünftige Herausforderungen in der digitalen Welt vorzubereiten.
Es geht dabei primär um die Kompetenzbildung und -messung sowie die Gewinnung von Steuerungswissen.
Dies soll erreicht werden, indem die Schweiz an PISA 2025 teilnimmt und die Resultate als Steuerungswissen nutzt.
Das nützt der digitalen Schweiz, weil digitale Kompetenzen während und nach der Schulzeit zusehends wichtiger werden und das Schulsystem und die Schülerinnen und Schüler diesen Ansprüchen gerecht werden müssen.
PISA ist ein von der EDK und dem Bund gemeinsam durchgeführtes Projekt.
Veranstaltungen digitalisierungsfreundliches Recht
Das Bundesamt für Justiz (BJ) organisiert oder begleitet eine Reihe von Veranstaltungen, in welchen Fragen des digitalisierungsfreundlichen Rechts im Zentrum stehen.
Förderprogramm "MINT Schweiz"
Im Rahmen der BFI-Botschaft 2025-2028 übernehmen die Akademien der Wissenschaften Schweiz ein Mandat zur Förderung der MINT-Kompetenzen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bei Kindern und Jugendlichen. Diese erfolgt in Form von ausserschulischen und multidisziplinären Projekten mit einem besonderen Fokus auf die Gleichstellung der Geschlechter, sowie auf Kinder, die in ihrem familiären Umfeld wenig Zugang zu Freizeit- und Förderangeboten im MINT-Bereich und zur Wissenschaftsvermittlung haben. Die Massnahme zielt darauf ab, die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Bereich MINT zu verstärken. Dabei geht es in erster Linie darum, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für den MINT-Bereich zu wecken sowie ihre MINT-Kompetenzen zu fördern. Die Massnahme ist für die digitale Schweiz von Nutzen, da sie zur Förderung der Chancengleichheit sowie zur Verringerung des Fachkräftemangels im MINT-Bereich beiträgt.
Erarbeitung eines Vorschlags für die Weiterentwicklung der bundesinternen Koordination von künstlicher Intelligenz in der Verwaltung
Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine wesentliche Rolle bei der digitalen Transformation aller Bereiche der Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Forschung wie auch der öffentlichen Verwaltung. Gleichzeitig bringt KI vielfältige Herausforderungen in Bezug auf die Zukunft der Arbeit, die Grundrechte, die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit sowie die Sicherheit mit sich. Grundlegende Fragen zum Einsatz der KI müssen beantwortet und Entwicklungen in diesem Spezialgebiet antizipiert werden. Dabei ist nicht nur eine interdisziplinäre Abstimmung nötig, sondern auch eine Koordination der Aktivitäten auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Der Bundesrat (BR) hat im September 2024 das EDI (BFS) und die BK (DTI) beauftragt, in Zusammenarbeit mit den anderen Departementen einen Vorschlag für die Stärkung der bundesinternen Koordination bis Ende 2025 zu erarbeiten. Das Ziel ist, bei allen öffentlichen Verwaltungen der Schweiz Synergieeffekte, Innovationen und Vertrauen beim Einsatz der KI zu fördern. Der Bund möchte eine gemeinsame strategische Ausrichtung im Bereich der KI sowie eine Koordination aller diesbezüglichen Aktivitäten.
Die Massnahme soll die Koordination der künstlichen Intelligenz innerhalb der öffentlichen Verwaltungen in der Schweiz verbessern. Dabei geht es primär darum festzulegen, wie die Koordination der KI innerhalb der öffentlichen Verwaltungen in der Schweiz einerseits gewährleistet werden soll und andererseits, welche Bundesämter für welche Themen im Bereich der KI zuständig sind. Dies soll erreicht werden, indem gemeinsam mit den sieben eidgenössischen Departementen und der Bundeskanzlei, aber auch mit den Hochschulen und der Zivilgesellschaft eine Organisation konzipieren, die es ermöglicht, die durch künstliche Intelligenz hervorgerufenen Herausforderungen zu bewältigen.
Das nützt der digitalen Schweiz, da die gesamte Schweizer Bevölkerung von einer nachhaltigen und verantwortungsvollen digitalen Transformation profitieren wird. Künstliche Intelligenz ist ein Schlüsselelement dieser digitalen Transformation und die nachhaltige Regelung der Verantwortlichkeiten für dieses Thema innerhalb der öffentlichen Verwaltung in der Schweiz wird dazu beitragen, das Vertrauen der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik zu stärken.
Studie zur digitalen Transformation und Geschlechtergleichstellung in der Schweiz
Die Geschlechtergleichstellung ist in der Strategie «Digitale Schweiz» des Bundesrats verankert. Dieser Aspekt deckt in der Umsetzung jedoch noch nicht alle Herausforderungen ab.
Eine Studie soll die Situation in der Schweiz hinsichtlich der Geschlechtergleichstellung im Rahmen der digitalen Transformation analysieren. Sie soll eine allgemeine Standortbestimmung vornehmen und dazu beitragen, einen allfälligen Handlungsbedarf zu identifizieren.
Ziel ist es, einen fundierten Ausgangspunkt für Projekte zu schaffen, um die Berücksichtigung der Geschlechterperspektive in der digitalen Transformation der Schweiz zu verbessern.