Infrastruktur
Die Behörden fördern und betreiben eine verlässliche und widerstandsfähige physische sowie digitale Infrastruktur.
Messgrössen
Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UNO
Ziel 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
Ziel 10: Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern
Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten
Ziel 13: Umgehend Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen
Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern
Zugehörige Massnahmen
26 Massnahmen (wird laufend ergänzt)
Rahmenbedingungen für die Förderung der multimodalen Mobilität erarbeiten
Mehr und mehr Menschen möchten jederzeit und überall wählen können, mit welchem/n Verkehrsmittel/n sie zu ihrem/n Ziel/en kommen. Sie ziehen die Nutzung dem Besitz von Verkehrsmitteln vor. Dazu brauchen Sie Angebote, die ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen. Multimodale Mobilitätsdienstleistungen vernetzten die Angebote des öffentlichen Verkehrs, des Fuss- und Veloverkehrs, des Car- und Bike-Sharings, der Taxis sowie weiterer neuer Mobilitätsangebote. Ziel ist es, dass eine Vielzahl von Mobilitätsvermittlern nahtlose multimodale Mobilitätsdienstleistungen von A nach B anbieten. Der Bund will dazu die Rahmenbedingungen für multimodale Mobilitätsdienstleistungen verbessern, um die Chancen für eine nachhaltigere Mobilität zu nutzen und die damit verbundenen Risiken wie z.B. unnötige Markteintrittshürden zu minimieren.
Dazu gehören folgende Aktivitäten:
- Umsetzung von Massnahmenplänen für eine Verbesserung der Bereitstellung und des Austausches von Mobilitätsdaten sowie der Zugänglichkeit der Vertriebssysteme von Anbietern der Mobilität.
- Erarbeitung der nötigen rechtlichen Grundlagen zur Förderung der multimodalen Mobilität.
- Klärung der Rahmenbedingungen für die Veröffentlichung der verfügbaren Verkehrsinformationen des Bundes in Echtzeit;
- Sicherstellung des internationalen Austauschs zu automatisiertem und vernetztem Fahren
Erarbeitung der Rahmenbedingungen für den Betrieb von automatisierten und vernetzten Fahrzeugen im Personen- und Gütertransport
Eine automatisierte und vernetzte Mobilität kann zu einer effizienteren Nutzung der Infrastruktur und einer Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. Für den Betrieb von automatisierten und vernetzten Fahrzeugen müssen Rahmenbedingungen erarbeitet werden, welche die Nutzung der Chancen ermöglichen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken minimieren. Dazu zählen folgende Aktivitäten:
- Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Umgang mit Daten beim automatisierten und vernetzten Fahren;
- Abklärung des Bedarfs und der nötigen Voraussetzungen für den Datenaustausch von automatisierten Fahrzeugen;
- Auslegeordnung zum Ausrüstungsgrad digitaler Infrastruktur für den Betrieb von automatisierten, vernetzten Fahrzeugen;
- Auslegeordnung zur Cybersecurity bei automatisierten, vernetzten Fahrzeugen;
- Erprobung der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur gemeinsam mit der Industrie;
- Bewilligung von Pilotgesuchen zum automatisierten Fahren auf der Strasse;
- Erstellung eines Migrationskonzepts für den Mischbetrieb mit automatisierten und nicht automatisierten Fahrzeugen.
DigiMig-Vereinbarung der Radiobranche
Unterstützung der Digitalisierung der Radioverbreitung in Umsetzung der DigiMig-Vereinbarung der Radiobranche.
Umsetzungsarbeiten Energiestrategie 2050
Im Rahmen der Energiestrategie 2050 und der Stromgesetzgebung (StromVG, StromVV) sind erste Rahmenbedingungen für die Digitalisierung des Sektors und die Entwicklung von intelligenten Stromnetzen verankert worden. So werdenintelligente Messsysteme (Smart Meters) in der Schweiz eingeführt. Die IT-Sicherheit der intelligenten Messsysteme wird gefordert und entsprechende Rahmenbedigungen für die Ausgestlatung im Bereich Smart Meters geschaffen. Ebenso wird die Nutzung von Flexibilität (d.h. Steuerungen von Produktion und Verbrauch) geregelt. Die Umsetzung geschieht vornehmlich durch digitale Technologien und treibt so die Digitalisierung des gesamten Sektors voran.
Revision Stromversorgungsgesetz
Im Rahmen der Revision des Stromversorgungsgesetzes werden die Rahmenbedingungen für den Strommarkt und die Digitalisierung verbessert. Eine zunehmende Digitalisierung im Stromsektor wird weiter angereizt, dies insbesondere über Vorgaben für einen kosteneffizienten, qualitativ guten Daten- und Informationsaustausch, über ein optimiertes Regelwerk zur Nutzung von Flexibilität (auch intelligente Steuerungen von Produktion und Verbrauch) im System sowie über eine effizientere Ordnung des Messwesens im Stromsektor. Ebenso sollen regulative Freiräume insbesonder für Digitale Innovation geprüft werden, sogenannte Regulatory Sandboxes.
Elektronische Identität und Vertrauensinfrastruktur
Mit einem staatlich anerkannten elektronischen Identifikationsnachweis (e-ID) können Einwohnerinnen und Einwohnern der Schweiz, die Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie die Schweizerinnen und Schweizer im Ausland online ihre Identität belegen. Damit werden medienbruchfreie Prozesse in der Verwaltung und in der Wirtschaft möglich, was finanzielle und zeitliche Ressourcen einspart. Zudem soll so die digitale Transformation bei Behörden, Bevölkerung und Wirtschaft vorgetrieben und gleichzeitig der Schutz der Privatsphäre gestärkt werden.
Der Staat tritt dabei als Herausgeber der e-ID auf und sorgt für den Betrieb der nötigen Vertrauensinfrastruktur. Die Nutzerinnen und Nutzern haben grösstmögliche Kontrolle über ihre Daten. Die dafür erforderliche Vertrauensinfrastruktur soll auch Behörden und Privaten, die elektronische Nachweise ausstellen wollen, zur Verfügung stehen.
ETH-Mobilitäts-Initiative
Zielgerichtete Forschung und Stärken der Ausbildung. Investition in Know-how als Beitrag zur Weiterentwicklung Mobilitätssystem Schweiz. Zentrale Inhalte der Initiative: Ausbau Forschungskompetenzen: Schaffung ca. 2-4 neue Professuren mit je ca. 10-20 Forschenden, Aufbau „Mobilitäts-Center“: Plattform, die Kooperationen zwischen ETH und Partnern vorantreibt in enger Zusammenarbeit mit EPFL. Partnership Council: Das Mobilitäts-Center organisiert ein “Partnership Council Mobilität” als beratendes und unterstützendes Gremium der Initiative, Lancierung Forschungsprojekte: Ziel ist wesentliche Erhöhung von Erkenntnissen und technologischen Lösungen durch Forschungsprojekte, unter Berücksichtigung der Diskussionen des Partnership Councils.
Automatisierter Wagenladungsverkehr
Die Kombination von klassischer Automatisierungstechnik und der sich rapide weiterentwickelnden Digitaltechnik soll die Umsetzung eines (teil-)automatisierten Wagenladungsverkehrsnetzes (WLV) ermöglichen. Neben dem primären Ziel wesentlicher Effizienzsteigerungen wird auch die Transparenz der Logistikkette erhöht, die Transportzeiten reduziert und der Wandel der Berufsbilder hin zu attraktiveren und zeitgemässen Arbeits-Profilen unterstützt.
Nationale Dateninfrastruktur Elektromobilität
Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Verbreitung von Elektroautos und zur Effizienzsteigerung im Verkehr ist die Verfügbarkeit von öffentlichen Ladestationen. Im Auftrag des Bundesrates übernimmt die Bundesverwaltung deshalb eine koordinierende Rolle. Das BFE hat eine diskriminierungsfreie nationale Daten-Infrastruktur Elektromobilität (DIEMO) aufgebaut, die als Open Data auf www.ich-tanke-strom.ch (Bundesgeodateninfrastruktur von swisstopo) verfügbar ist. Die Verfügbarkeit der Ladestationen wird durch Echtzeitdaten angezeigt. Laufend werden weitere Anbieter von öffentlichen Ladestationen an DIEMO angebunden. Das Ziel ist eine möglichst vollständige Übersicht aller öffentlichen Ladestationen in der Schweiz. Die Daten dürfen unter Angabe der Quelle grundsätzlich frei verwendet werden. Für eine kommerzielle Nutzung muss eine Erlaubnis beim BFE eingeholt werden.
Die gleichnamige Massnahme im Rahmen der Roadmap Elektromobilität 2022 ist damit erfüllt. DIEMO schafft zudem eine wichtige Datengrundlage für die Entwicklung von multimodalen Mobilitätsdienstleistungen (Kombination von verschiedenen Verkehrsmitteln). Es ist Teil des bundesrätlichen Massnahmenplans zur Förderung multimodaler Mobilitätsangebote. Multimodale Mobilität trägt zu einem smarteren Mobilitätsverhalten bei und unterstützt somit die Umsetzung der Strategie «Digitale Schweiz». Zudem ist DIEMO Teil des Beratungsangebots von EnergieSchweiz.
Entwicklung Label "SmartGridReady" als Unterstützung der Kommunikation zwischen Netz und Gebäude
Die Massnahme soll eine einfache, hindernisfreie Kommunikation zwischen gebäudetechnischen Komponenten und dem Stromnetz fördern.
Es geht dabei primär um die Unterstützung einer intelligenten Netznutzung als Voraussetzung für Netzstabilität in einem komplexer werdenden Stromnetz.
Dies soll erreicht werden, indem über ein Label Anforderungen an die Kommunikation zwischen Geräten, Anlagen, Gebäuden, Arealen und dem Verteilnetz definiert werden.
Das nützt der digitalen Schweiz, weil es mithilft, die Digitalisierung in der Elektrizitätswirtschaft voranzutreiben.
Roadmap Digitalisierung im Parlament
Umsetzung der Motion 17.4026, S. Frehner:
«Die Verwaltungsdelegation wird beauftragt, die Digitalisierung des Rats- und Kommissionsbetriebs voranzutreiben und den Parlamentsdiensten die dafür notwendigen Aufträge zu erteilen. Die Parlamentsdienste unterbreiten der Verwaltungsdelegation einen Umsetzungsplan mit Fristen und einem Budget. Die Sicherheit der Datenbearbeitung ist jederzeit zu gewährleisten. Sobald jeweils adäquate elektronische Bearbeitungsmöglichkeiten bestehen, beschliesst die Verwaltungsdelegation den Verzicht auf die entsprechenden Unterlagen auf Papier ».
Die Digitalisierung der Parlamentsarbeit ermöglicht die Dematerialisierung der Dokumente, d. h. diese existieren nicht mehr physisch. Die Informationen werden in Datenbanken gespeichert, auf die das Ratsmitglied ortsunabhängig von überall her (zu Hause, bei der Arbeit, im Zug, unterwegs, im Parlament usw.) zugreifen kann. Zum Aspekt der Delokalisierung der Informationen kommt die zeitliche Unabhängigkeit hinzu, denn die Informationen sind jederzeit, auch in der Nacht, verfügbar. Dank der Datenaggregation wird zudem das Suchen und Einsehen von Daten zu einem bestimmten Thema erleichtert. So kann in einer einzigen Arbeitsumgebung strukturiert auf die Informationen zugegriffen werden.
Die Digitalisierung trägt durch den Verzicht auf Papier zur Nachhaltigkeit bei; sie ermöglicht einen orts- und zeitunabhängigen Datenzugang sowie leichteres und effizienteres Suchen und Teilen von Informationen.
Um erfolgreich sein zu können, muss die Digitalisierung die Standardisierung der Systeme anstreben und die Personalisierung der Inhalte ermöglichen.
Umsetzung des Programms zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen – DigiSanté
DigiSanté ist das Programm des EDI zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen, mit dem Ziel, Standards, Spezifikationen und Infrastrukturkomponenten so einzuführen, dass ein nahtloser und flächendeckender Datenaustausch in den Bereichen Behandlung, Abrechnung und Behördenleistungen möglich wird. Zudem soll die breite Nutzung eines sicheren Schweizer Gesundheitsdatenraums für alle Beteiligten gewährleistet und damit auch eine verantwortungsvolle Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten ermöglicht werden.
Um dies zu erreichen werden im Rahmen des Programms einerseits Massnahmen in der Kompetenz des Bundes umgesetzt, andererseits werden die zentralen Akteure des Gesundheitswesens über verschiedene Gremien eng in die Steuerung und Umsetzung des Programms involviert. Der Mehrwert der Digitalisierungsvorhaben und Vernetzungsarbeiten im Rahmen von DigiSanté soll insbesondere bei Gesundheitsfachpersonen hinsichtlich effizienterer Prozesse sowie bei den Versicherten in Form einer verbesserten, patientenzentrierten Gesundheitsversorgung ankommen.
Das Programm soll die Digitalisierung in den kommenden Jahren vorantreiben und die verschiedenen Akteure besser vernetzen. Es soll gemeinsam mit der Branche die Umsetzung des Gesundheitsdatenraums Schweiz ermöglichen, um Behandlungsqualität, Effizienz, Transparenz und Patientensicherheit zu verbessern sowie die Forschung zu stärken. Dazu müssen die digitalen Vorhaben der Akteure gut koordiniert und aufeinander abgestimmt werden. Der Bund übernimmt diese Rolle.
Dies soll erreicht werden, indem der Bund zum einen eine stringente Umsetzung rund um die Digitalisierung der Behördenleistungen in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern verfolgt. Zum anderen soll durch eine konsequente Einforderung von Standards, Austauschformaten, Schnittstellen und Spezifikationen Harmonisierung und damit Interoperabilität in den Gesundheitsbereich gebracht werden.
Das nützt der digitalen Schweiz, weil damit auch der Gesundheitsbereich endlich Anschluss findet an die bereits fortgeschritten und digitalisierten anderen Lebensbereiche.
Internetdomäne «.swiss» weiterentwickeln
Die Schweizerische Eidgenossenschaft verwaltet seit 2016 die Internetnamen mit der Endung «.swiss» und bietet damit neben der Länderdomäne «.ch» eine weitere Möglichkeit an, sich im Internet (Webauftritt, Email-Adressen) mit einem klaren Bezug zur Schweiz darzustellen. Dabei wird ein hoher Sicherheitsstandard eingehalten.
Nun steht für das Jahr 2023 der Verordnungsprozess eine kontrollierte Öffnung der Internetendung «.swiss» für natürliche Personen mit einem klarem Bezug zur Schweiz bevor.
Die Öffnung soll es nämlich ermöglichen, ".swiss"-Domainnamen der gesamten Schweizer Gemeinschaft anzubieten. Sie betrifft natürliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz sowie Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Dies nützt der digitalen Schweiz, weil damit die Internetdomäne «.swiss» einem breiteren Nutzerkreis mit klarem Bezug zur Schweiz zur Verfügung gestellt wird.
National Data Streams für ein Schweizer Ökosystem in der personalisierten Medizin
Das Swiss Personalized Health Network (SPHN) und der ETH-Bereich lancieren derzeit eine grosse Initiative zur Unterstützung der Strategie "Digitale Schweiz" im Gesundheitsbereich. Die Nationalen Datenströme sind ein gemeinsames Programm der vom ETH-Bereich lancierten Initiative Personalised Health and Related Technologies (PHRT) und des vom SBFI unterstützten Swiss Personalized Health Network, in enger Zusammenarbeit mit den Schweizer Universitätsspitälern und Universitätskinderspitälern. Sie wurde 2022 lanciert. Die erforderlichen Mittel sind bis 2025 gesichert.
Das Programm baut auf den Errungenschaften von SPHN und PHRT auf, die Infrastrukturen für die interoperable und sichere Verarbeitung und Bereitstellung von Gesundheitsdaten für die Forschung, für die Digitalisierung von Patientenproben und für die Unterstützung der Forschung zu personalisierter Gesundheit und Medizin geschaffen haben. Die nationalen Datenströme sollen multidisziplinäre Forschungskonsortien zusammenbringen, die grosse Mengen klinischer Daten und digitalisierter Patientenproben aus Schweizer Spitälern integrieren und analysieren. Unterstützt werden sie dabei vom BioMedIT-Netzwerk und den Forschungsgruppen und Plattformen der Schweizer Hochschulen, darunter das Swiss Multi-Omics Center (SMOC) des ETH-Bereichs und das Swiss Data Science Center (SDSC).
Ziel ist es, einen verantwortungsvollen, sicheren und nachhaltigen Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Schweizer Spitälern und Schweizer Forschungsinstitutionen zu etablieren, die sich alle an den regulatorischen Rahmen und die Datenschutzgesetze halten. Diese Initiative unterstützt die biomedizinische Forschung und ermöglicht es der Schweizer Bevölkerung, von der erwarteten medizinischen Innovation und der Qualität der Versorgung durch datengestützte und klinische Studien zu profitieren. Langfristig ist ein Nationales Zentrum für Gesundheit und Forschung geplant, das die datengesteuerte medizinische Forschung in der Schweiz unterstützen soll.
Harmonisierung und Digitalisierung des Schweizer Zahlungsverkehrs
Der Finanzplatz Schweiz treibt die Harmonisierung und Digitalisierung des Zahlungsverkehrs auch in den kommenden Jahren voran. Die bestehenden Verfahren, Prozesse, Formate und Belege werden laufend vereinfacht und vereinheitlicht bzw. abgelöst und neue eingeführt. Die medienbruchfreien Zahlungsverkehrsprozesse sollen so künftig noch einfacher und schneller werden. Ausserdem wird die gesamte Wertschöpfungskette von der Rechnungsstellung bis zur Zahlung nachhaltig digitalisiert und automatisiert, was u.a. die Verarbeitungsqualität erhöhen soll.
Ziel dieser Massnahmen ist es, mit den Marktanforderungen Schritt zu halten und sowohl national als auch international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs leistet dazu einen entscheidenden Beitrag, da dieser eine grosse Bedeutung für die gesamte Schweizer Volkswirtschaft hat. Der Zahlungsverkehr unterstützt alle nationalen sowie internationalen Geschäftsvorgänge und trägt wesentlich zur Wirtschaftsleistung der Schweiz bei.
Insbesondere geht es um den weiteren Ausbau der Funktionalitäten der digitalen Rechnung eBill und die Einführung von Instant Payments (Echtzeitüberweisungen) in der Schweiz. Denn weltweit – und vor allem in Europa (wichtigster Handelspartner der Schweiz) – beginnen sich Instant Payments zu etablieren.
BIM - Vereinfachung der Prozesse im Bauwesen durch bessere Dateninteroperabilität
Mit der Methode BIM (Building Information Modelling) etabliert sich ein Standard, welcher Prozesse im Bauwesen verbessert. Diese Massnahme erläutert aus Sicht der öffentlichen Bauherren die Erfolgsmodelle, Normen und Anforderungen der Wiederverwendbarkeit von Informationen im Bauwesen. Dabei werden verschiedene Anwendungsfälle im Lebenszyklus von Bauwerken als auch Prozesse der Nutzer und der IT beschrieben.
Ziel ist es, die Interoperabilität von digitalen Bauwerksinformationen und Prozessen im Bauwesen zu vereinfachen. Die Ergebnisse dieser Massnahme helfen die bisherigen Unklarheiten bei Bauherren und im Markt zu reduzieren und jene Teilbereiche zu benennen, die durch besseres Schnittstellendesign zu einer Vereinfachung der Digitalisierung des Bauwesens führen.
Es geht dabei primär darum, belastbare nicht diskriminierende Grundprinzipien der Interoperabilität zu fixieren, welche allen am Bau Beteiligten helfen. Beispielsweise kommt die Entlastung von Routineaufgaben wie dem Abtippen von Rapportzetteln kommt allen zu Gute. Die Datendurchgängigkeit für solche Lösungen wird in dieser Massnahme erarbeitet.
Dies wird erreicht, indem vorhandenes Wissen sowie Projekterfahrungen im In- und Ausland aus Sicht der öffentlichen Bauherren zusammengeführt werden. Ergebnis ist die Publikation eines Berichts mit Konzepten und Praxisbeispielen.
Umsetzung der Datenwissenschaftsstrategie des Bundes
Der Bund setzt derzeit eine Datenwissenschaftsstrategie um, die unter anderem vorsieht, Methoden aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) verstärkt für die Politikgestaltung in der Bundesverwaltung einzusetzen. Forscher der ETH Zürich und EPFL arbeiteten aktiv mit an der Umsetzung der vom Bundesrat beschlossenen Folgeaufträge. So hat das Bundesamt für Statistik (BFS) zusammen mit anderen Departementen und den ETH unter anderem einen Bericht erstellt, wo konkrete Anwendungsfälle von Datenwissenschaft und KI zum Gemeinwohl entlang des Prozesses der Politikgestaltung erarbeitet wurden. Zudem erstellte das BFS einen
Verhaltenskodex für menschenzentrierte und vertrauenswürdige Datenwissenschaft und KI. Durch diesen Verhaltenskodex werden die Verwaltungseinheiten der Bundesverwaltung mittels praktischer Erläuterungen zum einen für die Grundprinzipien einer menschenzentrierten und vertrauenswürdigen Datenwissenschaft und KI sensibilisiert und zum anderen zu deren Umsetzung im Arbeitsalltag befähigt. Momentan werden ein Konzept über die Anwendung von Datenwissenschaft und KI zur Wahrung der Privatsphäre erstellt. Schliesslich ist die Bundeskanzlei (Digitale Transformation und IKT-Lenkung DTI) und das EDI/BFS zusammen mit bundesinternen Informatik-Leistungserbringern am Erstellen von einem Konzept, wie eine kollaborative Datenwissenschaftsplattform in der Bundesverwaltung etabliert werden kann.
Arbeitsmittel digitalisierungsfreundliches Recht
Das Bundesamt für Justiz (BJ) stellt rechtsetzenden Organen Hilfs- und Arbeitsmittel zur Verfügung. Diese sind auf der Internetseite des BJ abrufbar.
Verkehrsnetz CH
Im Rahmen der zukünftigen Mobilitätsdateninfrastruktur der Schweiz (MODI) wird eine nationale Geodateninfrastruktur für den Verkehr und die Mobilität aufgebaut.
Die Massnahme soll die Vernetzung und Austausch von räumlichen Daten zur Mobilität und der Verkehrsinfrastruktur fördern. Es geht dabei primär um die Schaffung einer "Übersetzungshilfe" zwischen unterschiedlichen Sichten (Fachdaten) auf die Mobilität und die Verkehrsinfrastruktur.
Heute ist es (noch) nicht möglich räumliche Daten zur Mobilität und zur Verkehrsinfrastruktur effizient, hochautomatisiert und konsistent miteinander zu verknüpfen. Verkehrsnetz CH schliesst diese Lücke und ermöglicht Netzkombinationen, unabhängig davon auf welchen Verkehrsnetzen (amtliche Daten, OSM, TomTom, Here, ...) diese aufbauen. Durch die verbesserte Datenvernetzung liefert Verkehrsnetz CH einen wichtigen Beitrag für eine effiziente Mobilität und für eine effiziente Umsetzung von Aufgaben der öffentlichen Hand im Verkehrs- und Mobilitätsbereich.
Dies soll erreicht werden, indem ein System (inkl. Daten, Werkzeuge, Regeln, Koordination) zur Referenzierung und Vernetzung von Mobilitätsdaten geschaffen wird.
Das nützt der Digitalen Schweiz, weil die Fachdaten zur Mobilität und der Verkehrsinfrastruktur in Kombination genutzt werden können und dadurch die Investitionen in diese Daten und ihre Umsysteme besser in Wert gesetzt werden.
Gigabitstrategie des Bundes
Die Schweizer Bevölkerung soll landesweit Zugang zu sehr schnellem Internet erhalten. Dieses Ziel verfolgt der Bundesrat mit seiner Gigabitstrategie. Zu deren Umsetzung schlägt er ein Förderprogramm vor, das den Netzausbau ausserhalb der Zentren unterstützen soll. Das Vorhaben bedingt eine neue gesetzliche Grundlage. Der Bundesrat hat am 14. März 2025 die Vernehmlassung zum neuen Breitbandfördergesetz eröffnet.
Es soll einem digitalen Stadt-Land-Graben entgegengewirkt werden, Randregionen und strukturschwache Gebiete sollen gestärkt und ihre Standortattraktivität verbessert werden. Die Gigabitstrategie des Bundes zielt auf eine möglichst flächendeckende, primär leitungsgebundene Internet-Versorgung der Wohnungen und Geschäfte mit Bandbreiten von mindestens 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) ab. Mit einem Förderprogramm, welches private Investitionen dort mit öffentlichen Beiträgen anstösst, wo Anschlüsse nicht eine Leistung von 1 Gbit/s erbringen können, obwohl eine entsprechende Nachfrage vorhanden ist, und wo aufgrund fehlender Rentabilität auch längerfristig kein entsprechender Ausbau zu erwarten ist.
Damit Bevölkerung und Wirtschaft schweizweit von der Digitalisierung profitieren können, braucht es in allen Regionen eine zuverlässige Breitbandinfrastruktur. Leistungsfähige und zuverlässige Breitbandnetze sind das Rückgrat der Digitalisierung.
SwissChips-Initiative
Die SwissChips-Initiative wird von der ETH Zürich, der EPFL und dem CSEM getragen, in denen das Chip-Design ein fester Bestandteil der laufenden Forschungsaktivitäten ist und die bereits über eine umfangreiche Infrastruktur zur Unterstützung des Chip-Designs verfügen. Die drei Institutionen werden gemeinsam in die SwissChips-Initiative investieren, indem sie ihre bestehende Infrastruktur für das Chip-Design und die Unterstützung nutzen und zusammenführen. Die Bundesverwaltung steuert zusätzliche Mittel bei. Mit SwissChips hat die Schweiz die Möglichkeit, unabhängig eine Initiative im Halbleitersektor zu lancieren, an der die wichtigsten Schweizer Akteure beteiligt sind und die den wissenschaftlichen Vorsprung der Schweiz (und damit ihre Attraktivität) aufrechterhält und gleichzeitig mit den internationalen Forschungsaktivitäten kompatibel bleibt.
Dies soll erreicht werden, indem digitale Übergangsmassnahmen während der Nicht-Assoziierung der Schweiz an das europäische Programm «Digital-Europe» gefördert werden.
Büroautomation mit Open-Source-Software (BOSS)
Im Thema des Einsatzes von Open Source Software wurde ein Proof of Concept (PoC) im Bereich der Büroautomation (Digitaler Arbeitsplatz) gestartet. Ziel ist es, die Eignung von Open-Source-Lösungen für grundlegende Büroanwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie Kommunikations- und Kollaborationswerkzeuge zu erproben und deren Potenzial für verschiedene Einsatzszenarien zu bewerten.
Identifikation von sicherheits- und aussenpolitischen Risiken
Die interdepartementale Arbeitsgruppe Digitale Souveränität identifiziert sicherheits- und aussenpolitische Risiken für die digitalen Ressourcen des Bundes und erarbeitet Empfehlungen und Hilfsmittel zur Risikoeinschätzung für die Informationssicherheitsbeauftragten der Bundesbehörden.
Massnahmen zur Risikoreduktion
Die interdepartementale Arbeitsgruppe Digitale Souveränität erarbeitet Empfehlungen für Massnahmen zur Reduktion von sicherheits- und aussenpolitischen Risiken für die digitalen Ressourcen der Bundesbehörden und schlägt notwendige Anpassungen der anwendbaren Rechtsgrundlagen vor.
Völkerrechtliche Instrumente zur Stärkung der digitalen Souveränität
Die interdepartementale Arbeitsgruppe Digitale Souveränität prüft völkerrechtliche Instrumente zur Stärkung der digitalen Souveränität der Schweiz und erarbeitet Vorschläge zur rechtlichen Absicherung der Staatenimmunität von behördlichen Daten.
Realisierung der Swiss Government Cloud (SGC)
Die SGC ist eine Hybrid-Multi-Cloud-Infrastruktur und vereint Cloud-Leistungen von mehreren Public-Cloud-Anbietern mit einer Private Cloud, die in den Rechenzentren des Bundes betrieben wird. Bestehend aus drei Stufen (Public Cloud, Public Cloud Schweiz sowie Private Cloud Bund) ist die SGC für die Anforderungen und Bedürfnisse der Bundesbehörden konzipiert; Kantone und Gemeinden können jedoch ebenfalls vom Angebot der SGC profitieren. Der öffentlichen Verwaltung wird mit der SGC ermöglicht, das Massengeschäft im Cloud-Bereich über eine einheitliche Gesamtlösung abzuwickeln. Die SGC wird in den Jahren 2025 bis 2032 umgesetzt.
Die SGC ist eine neue, auf die Anforderungen und Bedürfnisse des Bundes zugeschnittene Hybrid-Multi-Cloud-Infrastruktur. Die öffentliche Verwaltung kann mit der SGC alle Cloud-Services über eine zentrale Stelle beziehen. Das vereinfacht den Leistungsbezug. Die SGC deckt verschiedene Anforderungen und unterschiedliche Bedürfnisse der öffentlichen Verwaltung beim Datenschutz, der Informationssicherheit, der digitalen Souveränität, der Funktionalität und der Kosteneffizienz ab. Mit der SGC können Cloud-Lösungen einfach in die Systemlandschaft der öffentlichen Verwaltung eingebunden werden. Cloud-Ausgaben können effizient überwacht und Kosten dadurch reduziert werden.
Für eine erfolgreiche Digitalisierung braucht die öffentliche Verwaltung eine flexible, skalierbare, sichere und ressourcenschonende IT-Infrastruktur. Cloud-Dienste spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie sind das technische Fundament für die effiziente Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben in der öffentlichen Verwaltung.
Die SGC liefert einen wichtigen Beitrag an die Zukunftsfähigkeit der IT in der öffentlichen Verwaltung, indem sie eine breit nutzbare Public- und Private-Cloud-Lösung anbietet. Der öffentlichen Verwaltung wird es zukünftig ermöglicht, das Massengeschäft im Cloud-Bereich über eine einheitliche Gesamtlösung abzuwickeln. Die SGC leistet einen essenziellen Beitrag zur digitalen Transformation des Bundes.
Mit ihrer aus drei Teilen bestehenden Lösung ist die SGC in der Lage, den verschiedensten Anforderungen und Bedürfnissen (z.B. Datenschutz, Informationssicherheit, digitale Souveränität, Funktionalität, Kosteneffizienz, Chancen der Digitalisierung, Zugang zu Innovationen) gerecht zu werden und bietet somit einen vielseitigen Mehrwert.
Zugehöriges Fokusthema
Digitale Souveränität
Die Bundesverwaltung soll ihre digitale Souveränität und ihre Resilienz für den Krisenfall gezielt erhöhen, um widerstands- und handlungsfähig zu bleiben. Die vom Bundesrat gegründete interdepartementale Arbeitsgruppe zur digitalen Souveränität soll eine Gesamtsicht der relevanten Arbeiten in der öffentlichen Verwaltung vornehmen. Sie soll sicherheits- und aussenpolitische Risiken der digitalen Ressourcen erkennen und weitere Massnahmen erarbeiten.
Federführung: VBS (Staatssekretariat für Sicherheitspolitik) in Zusammenarbeit mit der Bundeskanzlei und dem EDA.